Das Ausbildungskonzept

– Grundlage: APO Lehrkräfte II vom 24. Juni 2011-

Die Holstentor-Gemeinschaftsschule bildet seit Jahren Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter aus. Wir sehen es nicht nur als Verpflichtung an, unser Wissen und unsere Erfahrung in Unterrichtsgestaltung, Pädagogik sowie Unterrichts- und Schulentwicklung an junge Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst weiterzugeben, sondern empfinden den Status einer Ausbildungsschule als Bereicherung unserer täglichen Arbeit.

Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst genießen an der Holstentor-Gemeinschaftsschule eine hohe Akzeptanz und treffen auf ein hilfsbereites und offenes Kollegium, für das Unterstützung, Hilfestellung und kollegiale Achtung selbstverständlich sind. Die Möglichkeiten für Hospitationen bei den Kolleginnen und Kollegen sind nach Absprache gegeben.

Die bildungspolitischen Diskussionen der letzten Jahre zeigen, dass die Einrichtung weiterer und die Weiterentwicklung bestehender Ganztagsschulen von zukunftsweisender Bedeutung sind. Die Ausbildung an einer Ganztagsschule ist daher für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst eine wichtige Erfahrung, auch wenn sie später nicht an einer solchen unterrichten.

Wir erwarten von den Lehrkräften im Vorbereitungsdienst eine offene Einstellung zum gebundenen Ganztagsangebot der Holstentor-Gemeinschaftsschule, die sich in Mitarbeit (z.B. Leitung einer Arbeitsgemeinschaft, Mitwirkung in der Mittagsfreizeit) und in Rückmeldungen an das Ganztagsteams widerspiegelt.

Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sollten während ihrer Ausbildungszeit grundsätzlich auch in mindestens einer Ganztagsklasse eingesetzt werden.

Personelle Voraussetzungen

An der Holstentor-Gemeinschaftsschule stehen qualifizierte Ausbildungslehrkräfte zur Verfügung für die

  • Laufbahn der Realschullehrerinnen und Realschullehrer
  • Laufbahn der Grund- und Hauptschullehrerinnen und Grund- und Hauptschullehrer


Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (LiV)

Aufgaben:

  • Die LiV nehmen an den betreffenden Konferenzen und Teamsitzungen (Lehrkräftekonferenz, Klassenkonferenz, Fachkonferenz, Jahrgangsteamsitzungen usw.) teil und arbeiten in den entsprechenden Strukturen des Kollegiums mit.
  • Die LiV nehmen mindestens einmal an einer Schulkonferenz teil.
  • Die LiV nehmen an den Abschlussprüfungen (Erster allgemeinbildender Schulabschluss/ Mittlerer Schulabschluss) teil.
  • Die LiV arbeiten bei der Planung und Durchführung von Schulveranstaltungen mit.
  • Die LiV nehmen bei Gelegenheit an Wandertagen, Klassen- und Kursfahrten teil und gestalten diese ev. auch selbst.
  • Die LiV erteilen eigenverantwortlichen Unterricht im Umfang von 10 Wochenstunden. Kurzfristige Unter- bzw. Überschreitungen werden ausgeglichen.
  • Die LiV hospitieren bei jeder Ausbildungslehrkraft je 2 Wochenstunden. Nach Absprache kann in diesen Stunden auch Unterricht unter Anleitung durchgeführt werden.
  • Die LiV erteilen Unterricht unter Anleitung in den Klassen ihrer Ausbildungslehrkräfte in Form von mindestens einer Unterrichtseinheit (2 – 8 Stunden) pro Fach im Ausbildungszeitraum.
  • Für den unterrichtlichen Einsatz der LiV gelten § 9 (4) 1.und 2.

Vorbereitung:

  • Die LiV erstellen zu jeder von ihnen erteilten Stunde eine schriftliche Unterrichtsvorbereitung in Form einer Verlaufsskizze. Für diese Verlaufsskizze ist ein schuleinheitliches Schema zu verwenden (s. Anlage). Weitere Absprachen zu Form und Inhalt sind ggf. mit den Ausbildungslehrkräften zu vereinbaren.
  • Für die Unterrichtsbesuche durch die Schulleitung erstellen die LiV eine schriftliche Vorbereitung bestehend aus
  • einem Deckblatt mit Angabe der Intentionen und der geplanten zu fördernden Kompetenzen (s. Anlage),
  • Bemerkungen zur Klasse (Analyse der Klassensituation/Lernausgangslage)
  • didaktisch-methodischen Überlegungen,
  • einer Verlaufsskizze,
  • ggf. einem Anhang (Schülermaterialien, Karten, Bilder u.dgl.)

Die Vorbereitung soll incl. Deckblatt (excl. Materialien) den Umfang von drei Seiten nicht überschreiten.

  • Bei Bedarf können die Ausbildungslehrkräfte für ihre Hospitationsstunden und für Stunden unter Anleitung in ihren Klassen eine Vorbereitung in der beschriebenen Art einfordern.


Ausbildungslehrkräfte

  • Die Ausbildungslehrkräfte führen die LiV in die Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schule ein, leiten sie im Hinblick auf die Ausbildungsstandards an, beraten und unterstützen sie in allen unterrichtlichen und pädagogischen Fragen.
  • Die Ausbildungslehrkräfte führen die nach  § 9 (7) vorgesehenen Orientierungsgespräche mit den LiV.
  • Die Ausbildungslehrkräfte hospitieren mindestens je 1 Wochenstunde bei den LiV.
  • Diese Stunde ist u.a. Gegenstand einer Besprechungsstunde pro Woche und Fach mit der jeweiligen LiV.

Schulleitung

  • Der Schulleiter oder sein Stellvertreter besucht die LiV insgesamt achtmal während des Ausbildungszeitraums und führt jeweils anschließend ein Beratungsgespräch.
  • Die Unterrichtsbesuche der Schulleitung finden auch in den Stunden der Ausbildungsberatung durch Studienleiterinnen und Studienleiter des IQSH nach § 11 statt.
  • Bei LiV der Laufbahn der Grund- und Hauptschullehrerinnen und Grund- und Hauptschullehrer können die Unterrichtsbesuche auch durch die Schulleiterin/den Schulleiter bzw. der Stellvertretung der kooperierenden Schule wahrgenommen werden.


Kooperationen mit anderen Schularten

  • Die LiV hospitieren im Laufe ihrer Ausbildung pro Fach mindestens zwei Stunden an einem Gymnasium.
  • Die LiV für die Laufbahn der Realschullehrerinnen und Realschullehrer hospitieren zusätzlich pro Fach mindestens zwei Stunden an einer Grundschule.
  • Für die LiV mit der Laufbahn Grund- und Hauptschullehrerinnen und Grund- und Hauptschullehrer wird durch eine Kooperation der Holstentor-Gemeinschaftsschule mit einer Grundschule, bzw. einer Schule mit Grundschulzweig die Möglichkeit der Ausbildung in den Jahrgangsstufen
    1 – 4 sichergestellt. ein.  Der Einsatz der LiV an der Kooperationsschule nach § 9 (4) Abs.1 beginnt mit dem 2. Semester.

02. Februar 2012