Zeitzeugen besuchten die Holstentor-Gemeinschaftsschule

„Ohne Kenntnis unserer Geschichte
bleibt die Gegenwart unbegreifbar.“
Helmut Schmidt

Am 15. Juni hatten die Klassen 9b, 9c und 9d die einmalige Chance, vier Zeitzeugen zu ihren Erlebnissen in Hamburg und Berlin während des 2. Weltkrieges und der Nachkriegszeit zu befragen.

Lisa Schomburg (89), Günter Lübke (88), Peter Bigos (85), und Manfred Hüllen (79) waren (kleine) Kinder, als der Nationalsozialismus in Deutschland sowie der 2. Weltkrieg begann.

In 2 Stunden berichteten die Zeitzeugen im Musikraum unserer Schule von ihrer Zeit während des Zweiten Weltkrieges und beantworteten die im Rahmen des Weltkundeunterrichts im Vorfeld entwickelten Fragen.

Dabei wurden alte Fotografien, Bilder, Urkunden und Medaillen gezeigt. Das Gehörte machte betroffen, zum Teil herrschte eine angespannte Stille im Musikraum.

Wir danken den vier Zeitzeugen für ihren Besuch und die damit einhergehende weite Reise, die sie extra für unsere Schule in Kauf genommen haben. Die geschilderten Erlebnisse und Erfahrungen werden wir in Erinnerung behalten.
Hier einige Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler der Klassen 9b, 9c und 9d:

„Den Vortrag fand ich unglaublich spannend, aber auch schockierend. Ich fand es toll, dass so offen geredet worden ist, aber auch, dass sie ihre schlimmsten Ereignisse noch einmal mit uns geteilt haben. Der Vortrag hat mir Tränen in den Augen gezaubert. Ich hatte Gänsehaut. Solch eine berührende Geschichte habe ich vorher nie gehört. Meinen Respekt an die Leute, die es schaffen ihre Geschichte mit uns zu teilen. Ich hätte das nicht geschafft.“ Schüler, Kl. 9b

„Krieg ist beschissen!“ „Als Manfred Hüllen erzählte, wie seine Schwester starb und diese traurige Geschichte in einer euphorischen und politischen Offenbarung endete, all das hat eine Gänsehaut in mir ausgelöst.“ Schüler, Kl. 9c

„Das Gespräch hat mich allgemein sehr berührt. Auch in Erinnerung ist mir die Geschichte von Frau Schomburg geblieben, die erzählte, dass ihre Tante ihr Kind verloren hat. Ihre Tochter lief auf dem von Bombenangriffen noch heißen, geschmolzenen Asphalt und blieb stecken und verbrannte. Ich finde es wichtig, dass wir dieses Treffen hatten. Es ist gut, dass uns die Zeitzeugen ihr Wissen vermitteln, weil dieses Wissen von Zeitzeugen in ferner Zukunft nicht mehr möglich ist. Ich werde ihre Geschichten auf jeden Fall behalten.“ Schülerin, Kl. 9d

„Ich bin glücklich, dass wir die Möglichkeit hatten mit diesen bewundernswerten Menschen zu reden und Erfahrungen zu sammeln. Ich fand es gut, dass auch offen über Tod geredet wurde. Es zeigt die damalige Realität. Außerdem wurde vereinzelt zugegeben, dass man Hitler auch bewunderte. Für mich zeigt so etwas große Stärke. Ich fand alle Zeitzeugen sehr sympathisch und offen, sie haben sich mit Erfolg viel Mühe gegeben und nicht leicht zu vermittelnde Dinge erzählt. Danke dafür!“ Schülerin, Kl. 9d

A.C. Metzler und S. Schultz 18.06.2018